Zeckengefahr im Frühsommer
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Im Jahr 2021 gab es in Deutschland 417 Fälle von „Frühsommer-Meningoenzephalitis“ (FSME), einer Entzündung des Gehirns, der Gehirnhaut oder des Rückenmarks. Ursache für die Erkrankung ist das FSME-Virus, das in der Regel durch einen Zeckenstich auf den Menschen übertragen wird. Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist leichter als bei Erwachsenen. Trotzdem rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Impfung, denn auch bei Kindern kann es zu einem schweren Verlauf mit bleibenden Schäden, Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen und epileptischen Anfällen kommen.

Gut ausgestattet unterwegs

Lagen die Hochrisikogebiete für Zecken früher eher im Süden der Republik, kamen in den letzten Jahren auch Gebiete in der Mitte dazu. Die gefürchteten Spinnentiere können tatsächlich aber überall lauern, bevorzugt in Wäldern mit Gräsern, Sträuchern und Büschen sowie im hohen Gras im Garten und in Stadtparks. Wer gerne mit Kindern in der freien Natur unterwegs ist, sollte die Kinder und sich selbst schützen. Dazu gibt es zahlreiche Cremes, Sprays, Gele und andere Schutzmittel, die zugleich auch Insekten abwehren. Die hautverträglichen Präparate sind schon für Babys ab sechs Monaten geeignet und kühlen die gereizte Haut nach zu viel Sonne oder Insektenstich. Ein Mücken- und Zeckenschutzset aus der Apotheke enthält außerdem eine Zeckenkarte. Sie hat unterschiedlich große Einkerbungen an den Ecken, mit denen man sicher und bequem unter die Zecke fahren und sie dann aushebeln kann. So ausgerüstet, können die Kinder den umliegenden Wald erkunden, ohne einen Zeckenstich zu riskieren.

Gegen FSME hilft nur die Impfung

Zecken bevorzugen eigentlich Mäuse, Igel, Rehe und Vögel als Wirtstiere. Dabei orientieren sie sich am Geruch von Ammoniak, Buttersäure und Kohlenmonoxid. Diese Stoffe sondern die meisten Säugetiere ab, eben auch Hunde und Menschen. Haben sie einmal zugestochen, übertragen sie FSME, Borreliose und weitere Krankheitserreger. Während FSME ein Virus ist, wird die Borreliose von Bakterien verursacht, die sich gut durch Antibiotika behandeln lassen. Gegen FSME hingegen gibt es kein Mittel. Der einzige Schutz ist eine Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Menschen, die sich in Hochrisikogebieten aufhalten, die FSME-Impfung. Kinder können ab ihrem ersten Geburtstag geimpft werden, alle drei Jahre sollte eine Auffrischimpfung erfolgen.

Wo die Zecke bevorzugt zusticht

Da sich Kinder gerne im Freien aufhalten und dabei leicht auch in die Jagdreviere der Zecken geraten, ist ihr Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden, besonders hoch. Die Zecke sticht nämlich und beißt nicht. Sie springt auch nicht auf den Wirt, sondern wartet am Boden oder in einer Höhe bis 60 Zentimeter in Büschen, Gräsern oder auf Altholz auf einen geeigneten Wirt. Wird sie von einem Wirt gestreift, kann sie sich blitzschnell festhalten. Auf der Suche nach einer Stichstelle, krabbelt sie bevorzugt nach oben, bis sie eine geschützte Stelle etwa in Hautfalten oder unter den Armen gefunden hat. Bei Kindern handelt es sich dabei meist um den Nacken oder den Hinterkopf. Nach einem Aufenthalt im Freien sollten die Kinder also nach Zecken besonders an diesen Stellen abgesucht werden. Findet sich eine Zecke, sollte sie sofort entfernt werden. Eine FSME-Erkrankung zeigt sich erst nach mehreren Wochen. Sie beginnt wie eine Grippe mit Kopfschmerzen, Fieber und Müdigkeit. Behandelt werden kann die Erkrankung nicht, nur die Symptome gelindert. 

Wo sticht die Zecke zu
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